Mittwoch, 5. November 2008

~ OBAMA IS PRESIDENT

Das mit der Präsidentschaftswahl war der Hammer. By the way - hat mich jemand in meinem Blog im Obama T-shirt entdeckt?
Election Night war ich auf einer Wahlparty, das kann man eigentlich auch keinem erzählen... Mein Freund Arno wohnte im Financial District in einem Apartment mit Blick auf die ganzen Hochhäuser aussen rum. Bilder davon gibt´s im Halloween Blog.

Als ich meinen Roommates erzählte, daß ich dort auf eine Wahlparty gehe, haben die erst mal ganz vorsichtig gefragt, ob es denn auch die "richtige" Wahlparty sei. Bei Leuten vom Financial District weiß man ja nie, ob die "wirtschaftlich" wählen. Aber mir ist hier noch niemand in ganz New York über den Weg gelaufen, der für McCain gestimmt hätte - und schon gar nicht für Palin. Hier machen sich alle öffentlich lustig über sie. Sogar die Werbung schlachtet sie aus... Siehe nette Werbung einer Einlagerungsfirma - überall zu sehen in der Subway:-)
Also mit Arno war ich auf der Wahlparty seines Vermieters. Alberto ist Ialiener und wohnt auch im Financial District on Broad Street, direkt gegenüber der New York Stock Exchange. Dementsprechend gediegen sah dann auch die Hütte aus - wow. Für New Yorker Verhältnisse voll der Luxus. Die Parytgäste waren auch etwas gediegener und die Gespräche eher intellektuell als ausgelassen. Viele Finanzleute, ein Professor, ein Chirurg - meist im gesetzteren Alter und überwiegend weiß. Der dazugehörige Anhang war manchmal nicht ganz so gesetzt :-). Aber die Leute waren trotzdem mit großem Enthusiasmus bei der Sache.

Also auch die Party im Financial District war eindeutig "Obama"! Was beweisst, daß man nicht automatisch bei einsetzendem Reichtum auch seinen Hirn verliert. Alberto der Gastgeber ist auch Eigentümer einiger Italienischer Restaurants in der Stadt - das Essen war also auch lecker. Es gab Pasta und verschiedene Antipasi und Prosecco zu Hauf. Alle saßen gespannt vor dem riesen Plasmafernseher und verfolgten die Hochrechnungen auf CNN.
Nachdem auch an der Westküste, um 22.00 Eastern Zeit, die letzten Wahllokale geschlossen wurden, kam kurz darauf auf CNN
"Breaking News - Obama President elected".
Plötzlich war die Stimmung wie in einer Neujahrsnacht kurz nach 12.... Alle lagen sich in den Armen und haben sich gratuliert und zugeprostet, ein paar Leute hatten wirklich Tränen in den Augen. Einer der Gäste meinte zu mir "... jetzt kann er endlich wieder stolz darauf sein Amerikaner zu sein...". Ich war auch ziemlich gerührt.
Unser Gastgeber hat noch einen Kuchen ausgepackt mit dem Schriftzug "Obama is Präsident", der genüsslich verspeist wurde. Danach gingen dann alle brav nach Hause. Der Financial District ist abends und am Wochenende eher ausgestorben. Kaum Bars und die Restaurants dort haben mehr zu den Office hours geöffnet... Von wegen "a City that never sleeps...". Auf den Strassen vor der Tür war kaum was los.
Richtig die Post ging aber wohl in Harlem ab und in den ganzen Kneipen in Midtown und Uptown. Dort war Party die ganze Nacht. Da habe ich aber auch erst am nächsten Tag aus der Presse und von Freunden erfahren. Schön war´s trotzdem und Erfahrung war´s auch.

Montag, 3. November 2008

~ New York Marathon

Von 1. bis 4. November war meine Nichte Tanita zu Besuch. Was für ein Glück wenn man dann gleich ein Ereignis, wie den New York Marathon präsentiert bekommt.

Zuerst denkt man ja - was toll daran sein soll 30.000 Leuten beim Rennen zuzuschauen. Wie meistens bei solchen Ereignissen muß man live dabei gewesen sein, um den Spirit einzufangen. Das ganze Ereignis war eine einzige riesige internationale Party. Die Rennstrecke ging über alle fünf New Yorker Stadtteile. Durch Brooklyn ging die Strecke in der Nähe des East River Ufers entlang, also mussten wir nur über die Williamsburg Bridge, die wir ja vor der Haustüre haben, nach Brooklyn rüberlaufen. Auf der anderen Uferseite liefen schon die Läufer unter der Brücke durch. Hier konnte man sich gemütlich an den Strassenrand stellen und das ganze Spektakel verfolgen - oder auch ein Teil davon sein.

An der Strasse hatten sich in regelmässigen Abständen Bands oder DJ´s postiert und ordentlich Stimmung gemacht und es gab Buden mit Essen und Trinken. Während sich die Läufer auf der Rennstrecke abquälten, machten sich die Zuschauer einen Sport daraus die Läufer anzufeuern. Das geht natürlich besser, wenn man die Läufer persönlich anfeuern kann. "Go Steven!", "You are looking good Herbert!" oder "Run Germany!!!". Wenn man ein Team mit dem Volksbank Logo vorbeilaufen sieht, darf man auch mal den Slogan "Wir machen den Weg frei!" schreien und natürlich klatschen, was das Zeug hält. Solche Sprüche hellen die gequälten Gesichter der Läufer auf und man bekommt ein freudiges und dankbares Lächeln zurückgeflirtet. Überhaupt wird hier geflirtet was das Zeug hält....

Also solltet ihr jemals vor haben am New York Marathon teilzunehmen, stellt sicher, daß ihr groß euren Namen auf euer T-Shirt schreibt, oder zumindest die Landesfalgge wo ihr herkommt. Weiteres Anfeuerpotential haben auch Firmennamen oder sonstige bekannten Logos. Oder als Superman durch die Gegend rennen kommt auch gut.

Ich bin sicher, ich habe dem Volksbankteam zur persönlichen Bestzeit verholfen :-)
http://picasaweb.google.com/WandasNYCAlbum/NewYorkMarathon2008#

Samstag, 1. November 2008

~ Helloween in NYC

Hey, Auftakt eines heißen Wochenendes - 31. Oktober - Halloween. Was soll ich viel erzählen... schaut euch die Bilder an.

http://picasaweb.google.com/WandasNYCAlbum/Halloween#

Montag, 27. Oktober 2008

~ Arlene´s Grocery

Arlene´s Grocery muß man sich einfach reinziehen. http://www.arlenesgrocery.net/main.html Der Schuppen ist ein ehemaliger Supermarkt, der wohl Arlene gehörte. Nun ist er schon seit Jahren eine renomierte Kneipe mit Live Musik im Hinterzimmer in der Lower East Side.

Montags spielt immer die gleiche Heavy Metal Band, mit der man dann Karaoke singen kann. Hier werden so richtige Metal Klassiker von - ich weiß nich wem gespielt.... Hey, ich bin ja überhaupt kein Metler, aber wir hatten so viel Spaß an dem Abend, den Leuten zuzuschauen und manchmal auch zuzuhören! Die Show, die manche Leute auf der Bühne abziehen ist Unterhaltung pur. Einige konnten richtig gut singen und manche versuchten es nur mit Headbanging. Aber alle wurden beklatscht und gefeiert und das Publikum ging richtig mit. Unter dem Motto jeder hat irgend ein Talent versteckt, manche wissen nur noch nicht wo sie suchen sollen.

Am nächsten Abend sind wir wieder bei Arlene´s Grocery gelandet. Diesmal war die Musik eher mein Geschmack. Die Band Gokartmozart spielete Indie Rock http://www.gokartmozart.com/. Es waren zwar kaum Leute da, die Stimmung hat aber nicht darunter gelitten. Schaut euch nur die Schlagzeugerin an, die ist eine Show für sich. Have a Look!!!

Ein paar Bilder gibt´s auch noch dazu: http://picasaweb.google.com/WandasNYCAlbum/HappyLowerEastSide#

Donnerstag, 23. Oktober 2008

~ I danced on Broadway...

Tanzbegeisterte Menschen sind in New York natürlich an der richtigen Stelle. Rechts und links vom Broadway gibt es nicht nur die vielen Theater, in denen man die bekannten und weniger bekannten Musicals und Shows ansehen kann, hier findet man auch massenweise Schulen, die Unterricht für alle möglichen Stilrichtungen und für jedes Niveau anbieten.

Die größten und auch bekanntesten Schulen sind das Broadway Dance Center und das Alvin Ailey American Dance Theater.

Das "Broadway Dance Center" http://www.bwydance.com/ wurde 1894 gegründet und man findet es direkt um die Ecke vom Times Square. Es ist eines der größten Trainigseinrichtungen für Tanz in der Welt. Hier werden pro Woche über 200 Klassen angeboten in Jazz, Step, Ballett, Hip Hop, Theater, Gesang und mehr. Tänzer und Showgrößen wie Bette Middler, Brooke Shields, Britney Spears und Madonna haben hier Unterricht genommen oder geprobt. Viele Broadway Darsteller trainieren hier täglich.

Das "Alvin Ailey American Dance Theater" ist eine Kompanie für modernen Tanz, die 1958 von dem Choreographen und Tänzer Alvin Ailey gegründet wurde und überwiegend mit afroamerikanischen Tänzern besetzt ist. 1969 wurde die Alvin Ailey Schule gegründet. Mittlerweile ist das Alvin Ailey American Dance Theater vor geschätzten 21 Millionen Menschen in 71 Ländern auf allen Kontinenten aufgetreten. Die Kompanie wird auch als kultureller Botschafter für Amerika eingesetzt.

An diesen Schulen zu tanzen ist natürlich ein besonderes Erlebnis. Alleine die Räumlichkeiten sind sehr beeindrukend. An beiden Schulen verteilen sich über 3 bzw. 4 Stockwerke riesige Tanzsääle, in denen locker 20-30 Schüler tanzen können ohne sich auf die Füße zu treten. Auf den Gängen ist immer ein Gewusel von Leuten, die auf Ihre nächste Stunde warten und sich mittlerweile aufwärmen. Aus allen Räumen hört man Musik. Jazz, Hip Hop, Klassik und die Ansagen der Lehrer. Der Tanzunterricht wird meist von Live Musik begleitet. D.h. bei Jazz oder Modern sitzt ein Percussionist im Saal und begleitet die Übungen auf der Trommel. Die Stunden für klassisches Ballett werden immer von einem Ballettpianisten begleitet. Es spornt schon an, wenn der Mann am Klavier nochmal richtig in die Tasten haut um die Dynamik einer Übung nochmal richtig zu unterstreichen. Das gibt dem Unterricht natürlich eine ganz anderen Kick. Die Pianisten müssen anhand der Übungen, die der Ballettlehrer vormacht wissen, was für einen Takt zu spielen ist. Ich stelle mir das wahnsinnig schwierig vor aber manche Pianisten sind dabei so routiniert, daß sie während des Spielens Zeitung lesen. Die ganze Atmosphäre ist einzigartig - sowas habe ich in Deutschland noch nicht erlebt.

Zum Unterricht kommt man einfach vorbei und zahlt pro Stunden, oder man kauft sich eine vergünstigte 10er Karte. Kein Vertrag, keine Aufnahmegebühr keine 2 Jahreslaufzeiten. "Drop-in School" nennt sich sowas. Nachdem ich einige Ballettstunden bei verschiedenen Lehrern besucht habe, habe ich mir nun vom 10er Karte vom Broadway Dance Center und gehe dort nun 2-3 mal die Woche hin.

Man könnte ja auch noch Steppen anfangen oder Flamenco. Gesangsunterricht gibt es dort auch....
SO MUCH TO DO.... SO LITTLE TIME...

http://picasaweb.google.com/WandasNYCAlbum/DancingOnBroadway#

Freitag, 17. Oktober 2008

~ Auf der Suche nach Frischluft und Sports...

New York City wurde vom Magazin The Sporting News bereits mehrmals als "Best Sports City in America" gewählt. Wenn man in der Lower East Side lebt, kann man das zwar kaum glauben, denn der Central Park und jegliche brauchbare Grünanlage zum joggen sind weiter weg, aber einen echten New Yorker scheint das nicht zu stören. Selbst im dichtesten Verkehr sieht man Leute durch die Stadt joggen. Immer den richtigen Groove im Ohr - sprich den obligatorischen iPod - und das richtige Timing in den Beinen, damit man nicht von den agressiven Taxis überrollt wird.

Wenn man so die Überquerung der Stadt von Ost nach West überlebt hat, kommt man an den Hudson River und den schönen Hudson River Park, der sich von der südlichsten Spitze Manhattans - von Battery Park bis hoch zur 60. Strasse erstreckt. Hier wurde am Uferstreifen eine schöne Strandpromenade angelegt. Manchmal wird das Grün etwas breiter und man kann sich auf gepflegten Wiesen sonnen oder in japanisch anmutenden Parks spazieren gehen. Bänke laden zum verweilen ein und man hat einen schönen Blick auf die gegenüberliegende Uferseite - New Jersey und weiter südlich die Freiheitssatue. Ein Wahnsinns Panorama zum joggen, besonders abends, bei Sonnenuntergang. http://picasaweb.google.com/WandasNYCAlbum/HudsonRiverParkAtSunset##
Weiter nördlich befindet sich an einem alten Pier das größte Sportcenter der Stadt der
Chelsea Piers Sports & Entertainment Complex, eine moderne Anlage mit Basketball, Volleyball, Kletterwänden, Schwimmhallen und hey, man kann dort sogar Golf! spielen. Neulich habe ich mich noch über zwei Leute mit kompletter Golfausrüstung in der Subway gewundert... (Es soll noch ein Berliner behaupten, ohne Auto könne man kein Golf spielen :-))

Meine Roommate Caitlin macht sich nicht die Mühe der Stadtüberquerung um Bewegung zu bekommen. Da wir nicht unweit der Williamsburgh Bridge wohnen, joggt sie immer über die Brücke und zurück. Die Williamsburgh Bridge ist ein riesen Stahlkoloss, der über den recht breiten East River (der eigentlich gar kein Fluß ist) nach Brooklyn führt. auf drei Ebenenen drängelt sich der Autoverkehr, die Subway und ganz oben Fußgänger und Fahrradfahrer von einer Seite zur anderen. Es kostet schon ein bisschen Überwindung, die schnurgerade Fahrbahn entlang zu joggen, die eintönigen Stahlverstebungen im Blick, eine Etage Tiefer rattert die Subway und weiter unten stinkt der Verkehr. Trotz der steifen Brise auf der Brücke hat man doch immer die Abgase um die Nase.

Wenn man aber von der Brooklyn Seite aus den Rückweg antritt, hat man einen phantastischen Blick auf die Skyline von New York. Rechts ragt aus Midtown das gigantische und einfach wunderschöne Empire State Building hervor und linker Hand sieht man die ganzen Wolkenkratzer des Financial District. Allein für diese Szenerie lohnt sich der Weg.
http://picasaweb.google.com/WandasNYCAlbum/ViewsFormWillamsburgBridge#

Ich denke jedoch nicht, daß das meine morgentliche Hausstrecke wird. Dazu fehlt mir doch ein bisschen Grün und die frische Luft. Da hilft nur eins - indie Subway hüpfen und ab in den Central Park...

Montag, 13. Oktober 2008

~ Ein Sonntag im Park

Der Central Park ist wie Urlaub. Besonders, wenn man das Glück hat, ihn an einem sonnigen, warmen Oktoberwochenende wie das vergangene zu erleben. Die New Yorker lieben den Central Park, entsprechend belebt ist es hier. Er liegt inmitten von sehr geschäftigen Vierteln und wenn man auf einer der Wiesen liegt, kann man den beeindruckeden Anblick der riesigen Apartmentburgen genießen, die hinter den Bäumen wie eine Gebirgskette aufragen. Es gibt aber auch Stellen wo man nicht mal merkt, daß man in New York ist. Man kann Stunden dort verbringen, nur dasitzen und auf den See schauen, Riesenrad fahren oder den Musikern zuhören - Jazz, Hip Hop, Funk und im Sommer gibt´s auch klassische Konzerte, Theater und Tanzvorstellungen - alles umsonst.

Irgendwo sind Leute immer in Bewegung: Baseball, Fußball, Joggen oder man tanzt beim Roller Skaten. Der ganze Park groovt und man bekommt riesig Lust mitzumachen.
http://picasaweb.google.com/WandasNYCAlbum/SonntagImCentralPark#

Nächsten Sonntag bin ich bestimmt wieder dabei.

Freitag, 10. Oktober 2008

~ The Market NYC

New York ist Fashion Heaven.
Man kann nach New York kommen, um günstig Markenklamotten einzukaufen, die man auch an jedem anderen Ort der Welt kaufen könnte. Der echte Modefreak steuert aber nicht die großen Modeketten an, sondern konzentriert sich lieber auf die kleinen Boutiquen, die es überall vertreut gibt und in die man manchmal mehr oder weniger zufällig hineinstolpert. In meiner Nachbarschaft gibt es z.B. einen kleinen Designerladen versteckt zwischen einen chinesischen Supermarkt und einer italienischen Reinigung. Hier sitzt die Designerin im Hinterzimmer und näht die ihre ausgefallenen Stücke selbst. Zwei Strassen weiter gibt es einen tollen Lederladen mit Taschen, Schuhen und sonstigen Accessiores. Auch hier kann man bei der Herstellung zuschauen und die Stücke sind noch zu recht günstigen Preisen zu erstehen, da die Lower East Side noch nicht als Fashion Mekka gilt. Anders in Greenwich Village oder Soho. Hier gibts auch viele individuelle Läden aber schon etwas gehobener in der Ausstattung und auch im Preis.

Jeden Samstag und Sonntag findet in der Mulberry Street ein Designer Market statt.
http://www.themarketnyc.com/ Hier haben noch unbekannte Designer die Möglichkeit ihre Stücke (Mode, Schmuck, Möbel) in einer großen Halle auszustellen und zu verkaufen. Die ganze Atmosphäre hat was von einem Pfennigbazar. Nur das es hier richtig schöne Designersachen zu erstehen gibt.

Da der Euro grerade im Sturzflug in den Keller rauscht, halte ich mit dem Kaufen etwas zurück. Einfach nur schauen macht aber auch schon viel Spaß. Bei einem T-Shirt Designer bin ich auch der Homepage verewigt. "Save the Drama for Barack Obama" Mal sehen wer mich findet :-).
http://www.dishonestees.com/dishonest.htm#
Mein Beitrag zum Obama-Wahlkampf 2008!!!




Sonntag, 5. Oktober 2008

~ From Upper East to Lower East

Seit letzten Samstag wohne ich in meiner neuen WG in 88 Clinton St.

Der Kontrast könnte nicht grösser sein. Weg von meiner komfortablen, jedoch beengten Luxusbehausung mit Waschmaschine im 28. Stockwerk eines Doormanbuilding in der 96. Strasse mit recht bürgerlicher Nachbarschaft in der Upper East Side, hin zu einem Loft im 2. Stock im freakigen Lower East Side.
Die Lower East macht auf den ersten Blick einen ziemlich schmuddeligen Eindruck. Schmutzige Gehwege, graffittibeschmierte Läden. Hier lebt eigentlich alles an Nationalitäten und Hautfarben, was New York zu bieten hat, dementsprechend richt es an manchen Stellen auch sehr exotisch. Ab und zu liegt auch mal ein Penner im Hauseingang, der einem den Weg zur Wohnung versperrt.

Der Treppenaufgang unserem Loft ist auch nicht sehr einladend. Kaputtes Mosaik an den Wänden und alte zertretene Treppenstufen auf denen sich die Mülltonnen stapeln.
Wenn man aber durch die Eingangstür des Loftes im 2. Stockwerk tritt steht man in einem mindestens 100 qm großen Saal mit hoher Decke. An der Stirnseite eine große Fensterfront, im hinteren Teil erhellt ein Oberlicht den Raum. Der Raum hat einen wunderschönen Dielenholzboden, der gerade letzte Woche neu geschliffen und versiegelt wurde. Das ganze hat das Ambiente einer Galerie. Früher war hier wohl auch mal eine Tanzschule untergebracht.

In einer Ecke des Saales ist die Küche. Im hinteren Teil führt ein Korridor zu den zwei Badezimmern (eins für Jungs, eins für Mädels) und zu den drei Schlafzimmern. Eines davon ist jetzt 3,2,1....MEINS!

Die Einrichtung meines Zimmers ist zwar karg aber ich habe nun endlich Gelegenheit meinen Koffer vollständig auszupacken und mich auszubreiten.


Ein weiteres Highlight sind meine neuen Mitbewohner:
Gerry ist der Hauptmieter. Er wohnt hier schon seit vier Jahren. Hauptberuflich ist er ein "Geek", wie er sich selbt betitelt. Das sind die Leute, die es auch zu Hauf bei SAP gibt. Also die, die mit Socken in den Birkenstocks im Keller sitzen und sich die ganzen Codings ausdenken, ohne die diese Welt mittlerweile auseinanderfallen würde. Zur Zeit arbeitet er für eine Mailänder Modefirma, was ihm irgendwie gegen den Strich geht, weil er da immer im Anzug aufkreuzen muß. Zwei Welten treffen aufeinander.... :-)
Nebenberuflich macht Gerry in "Tantric Yoga". Er unterrichtet und veranstaltet gelegentlich Workshops, zu denen er namhafte Yogis aus der ganzen Welt einfliegen lässt. Diese Workshops finden in unserem Tanzsaal statt. Nächstes Wochenende findet wieder so ein Workshop statt eine wohl sehr bekannte Lehrerin aus Frankreich kommt und viele weitere interessante Leute. Bin sehr gespannt.

Meine zweite Roommate ist Kateleen. Sie kommt aus Lake Placid und ist auch erst seit zwei Monaten in New York. Kateleen ist English Teacher und unterrichtet die Kinder reicher Leute privat. Eigentlich ist sie Schriftstellerin. Sie schreibt Gedichte und Kurzgeschichten. In New York möchte sie versuchen sich in der "Schreiberszene" bekannt zu machen und ihre Werke zu veröffentlichen. Am Dienstag gibt sie eine Lesung im Kreise einiger New Yorker Schriftsteller. Ich bin auch eingeladen... Noch mehr interessante Leute.

Soweit die Highlights für diese Woche...more to come...

Donnerstag, 2. Oktober 2008

~ BBBS Center of Training and Professional Development

Das Office des Training Centers ist in der 245 Fifth Avenue. Ein typisches New Yorker Bürogebäude mit edler Empfangshalle und Doorman. An dem kommt man nicht so einfach vorbei. Das erst Mal musste ich mich ausweisen und in eine Liste eintragen und ich wurde offiziell angemeldet. Mittlerweile kennt er mich und grüßt ganz herzlich jeden Morgen oder wechselt zwei drei nette Sätze.

Das Beste aber ist, wenn man aus der Tür tritt hat man einen gigantischen Blick auf da Empire State Building, das nur zwei Blocks entfernt in den Himmel ragt. Ich bin jeden Tag aufs Neue beeindruckt.

Im Office habe ich meinen eigenen Cubicle - auch was typisch amerikanisches - Bürofläche eingepfercht auf ca 1,5 qm, die Wände bis auf Sichthöhe wattiert. Man fühlt sich wie in einer Gummizelle :-) Hier sitze ich nun von Dienstag bis Donnerstag und verarbeite Informationen. Gleich am ersten Tag habe ich stapelweise Unterlagen erhalten, die ich durcharbeite. Man fühlt sich wieder in seine Studienzeiten zurückversetzt.

BBBS of New York City beschäftigt ca. 100 festangestellte Mitarbeiter an zwei großen Standorten in Manhattan und weiteren kleineren Standorten in den Boroughs wie Bronx, Brooklyn und Queens.
BBBS of New York City ist nicht nur eine Agentur für Mentoren mit jugendlichen Mentees zusammen bringt, sondern auch führender Ausbilder für andere Organisationen. So können Mitarbeiter von Organisationen, die ihr eigenes Mentorenprogramm einführen möchten, in einen 32-stündigen Kurs das "Mentoring Supervisor Certifcate" erwerben.

Weiterhin entwickelt und unterhält BBBS of New York City eine Palette weiterer Programme abweichend von dem klassischen Mentorenprogramm, wie es in Deutschland übernommen wurde.

Die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, ist auch sehr eng. In 2001 wurde das "Borough Mentoring Networks" ins Leben gerufen. In regelmässigen Meetings treffen sich Initiatoren und Organisationen, die Mentorenprogramme jeglicher Art unterhalten, zum Networken und Erfahungsaustausch. Bei jeder Veranstaltung gibt es Vorträge und Diskussionsrunden zu speziellen Themen.

Dienstag, 30. September 2008

~ Hausehunting...

... oder vom Glück in New York eine Bleibe zu finden.

Wohnungssuche in New York ist ein hartes Brot. Ich hatte mich ja schon in Deutschland durch die verschiedensten einschlaegigen Webseiten gewuehlt, die zu einer Unterkunft verhelfen sollen. Die bekannsteste ist
http://www.craigslist.org/. Bei craigslist bekommt man nicht nur Wohnungen, hier gibt's auch Jobs, Hundesitter, Finanzberatung, Gitarrenunterricht, Partner fürs Leben, One-Night-Stands und was man noch so meint zu brauchen oder los werden zu muessen... und das weltweit.

Von der Vorstellung eine eigene Wohnung zu beziehen habe ich mich schnell verabschiedet und wenn man sich mal damit abgefunden hat, dass man fuer EIN ZIMMER in Manhattan so viel hinblaettern muss, wie zu Hause fuer ein Einfamilienhaus, dann sind die Angeboten zur Untermiete auf craigslist reichlich und sehen aus der Ferne auch ziemlich vielversprechend aus.

Da ich glücklicherweise fuer die ersten zwei Wochen erst mal eine Unterkunft hatte, habe ich mich entschieden vorsichtshalber keine Deals ueber den Teich zu machen und lieber vor Ort zu suchen. Hey, was fuer ein Abenteuer. Echt interessant was man da fuer Leute trifft und noch unglaublicher, was da fuer viel Geld angeboten wird.

Bereits in Deutschland hatte ich einige Termine vereinbart. Dementsprechend konnte ich gleich am Tag nach meiner Ankunft die ersten Unterkünfte besichtigen.

Unter Loftwohnung stellt man sich ja im Allgemeinen eine in eine Wohnung umfunktionierte Lager- oder Industriehalle vor oder einen ausgebauten Dachboden. Also etwas grösseres. Ich hätte bei der Anzeige "Loftbed" zu vermieten wohl etwas genauer hinlesen sollen. Der das inseriert hat war ein schmächtiges schwules Kerlchen mit noch schmächtigerem Rehpinscher- Hündchen namens "Fritz". Er hatte ein nettes One Bedroom Apartment in Soho. One bedroom heisst es gibt zumindest ein abgetrenntes Schlafzimmer vom Rest der Wohnung - sprich Küche und Bad. Sein Schlafzimmer war auch sehr schön und hell und plüschig. Dann gab es noch eine dunkle Küche, die zwar ein Fenster hatte, das aber vom Nachbarn zugebaut wurde - und irgendwo ein winziges Bad. Naja, das Loft hat sich dann als Hochbett über den Küchenschränken rausgestellt, das der Typ mir ganz stolz präsentierte. Ich hätte auch auf einer funkelnagelneuen Matratze schlafen können, vorausgesetzt ich würde mir nicht die Haxen brechen, bei dem Versuch die steile, wackelige Hühnerleiter hinaufzuklettern. Das ganze zu einem Preis von 1.500 $ im Monat. Ich hätte immerhin mindestens 50 cm Platz zwischen Matratze und Zimmerdecke gehabt.


So eine ähnlich Konstellation durfte ich dann nochmal in Greenwich Village besichtigen. Der Typ war ein Lebenskünstler, der sein Geld mit dem Verkauf von kunstvoll geschnitzten Spazierstöcken und Regenschirmen verdiente und nicht ganz so schwul war. Sein Rehpinscher war ein überfütterter Mops und hieß "Alfred". Der stank wie Hölle und hatte sein Körbchen am Fuße der Hühnerleiter. Immerhin meinte der Typ er würde sich sehr freuen, wenn ich einziehe und bot mir sogar noch einen Preisnachlaß von 200 $ an, den stinkenden Wachhund im Preis inbegriffen. Ich wollte mir das dann doch erst nochmal überlegen...

Es wundert mich aber schon, warum die ihren Tölen deutsche Namen geben.

Ein weiteres Loft konnte ich in TriBeCa besichtigen. In der Anzeige stand drin, daß es über 150 qm groß ist und Fenster hat. Wow! Dies war nun ein richtiges Loft in einem alten Fabrikgebäude. Alte breite knarrende Treppen führten in den 2. Stock. Wenn man durch die Wohnungstüre trat, stand man in einem großen Raum, ziemlich überladen mit altem Trödel, verschlissene Teppichen und Sesseln. Antikes Porzellan in den Regalen und ein Fundus von alten Klamotten im Luis XVI Stil auf zwei drei Kleiderständern und einigen Schaufensterpuppen. Das Mädel, das hier wohnte war aber eher ein Gruftie. Die sah ziemlich heiß aus in ihren schwarzen Klamotten - Minirock und Lackstiefel. Dazu rote Wallahaare. Leider war sie nicht sehr gesprächig und wenig kooperativ in Sachen Hausführung. Ich stand also in dem riesigen Zimmer wie bestellt und nicht abgeholt und hatte eigentlich erwartet, daß sie mir nun den Rest der Wohnung zeigt. Irgendwann hat sie dann auf eine Tür gezeigt. Ich nahm an, da wäre dann wohl mein Zimmer also bin ich reingegangen. Der Raum war auch wieder recht groß und der Boden total uneben. Es stand ein großes, altes Bett drin und muffige dunkle Kommoden. Mein erster Gedanke war, wieviele Leute hier wohl schon gesorben sind... und das Zimmer hatte ein Fenster. Doch leider hatte auch dieser Nachbar einfach sein Haus davor gesetzt. Das ist hier wohl normal, daß man einfach seine Fenster zugebaut bekommt. Keine Vorschriften von wegen Mindestabstand zum Nachbargrundstück.

Der Absolute Hammer dieser Wohnung war aber das Bad, das man durch die Küche (ohne Herd: "kochen is nich ..." - war wohl der längste Satz, den die Tussi mit mir geredet hat) erreichte. Es war fast so groß wie das Schlafzimmer und hatte mitten im Raum eine riesige runde pinkfarbene Badewanne auf einem Podest. Das Fenster an der Stirnseite war leider auch zugebaut. Dafür war der ganze Raum mit Lichterketten und sonstigen skurilen Lampen illuminiert.

Für jemanden der eine Vorliebe für altes Zeug hat oder gerne in einem Museum lebt bestimmt der Himmel auf Erden. Aber ich hätte hier nur schlaflose Nächte. Wer weiß, die Tussi nachts treibt...

Ein bisschen demotiviert und frustriert über das Preis - Leistungsverhältnis in Downtown Manhatten habe ich dann auf eine Anzeige in Harlem geantwortet. Harlem fängt oberhalber der Upper East Side an und soll ja auch im Zuge der Aufräumarbeiten der letzten Jahre längst nicht mehr so gefährlich sein.

Was ich dann zu sehen bekam war eine wunderschöne Wohnung in einem neuen Townhouse in der 118. Strasse. Endlich mal ein ordentliches gemütliches Zimmer, ein sauberes modernes Bad und eine voll eingerichtete Küche. Das Mädel, das hier ein Zimmer untervermietete hieß Taihisha Grant und hat sich als Nichte von Donna Summer entpuppt. Hey die Bilder an der Wand zeigten eindeutig sie und Donna unterm Weihnachtsbaum!!! Taihisha hat mich dann auch gleich bekocht und belabert. Sie singt auch neben ihrem normalen 9 to 5 Job und hat wohl schon einige CDs aufgenommen. Wen´s interessiert, der kann Taihisha auf facebook besuchen. http://de-de.facebook.com/people/Taihisha_Grant/587985698

Taihisha hat sich sehr bemüht und hätte sich sicher gefreut, wenn ich eingezogen wäre. Aber die Gegend war mir dann doch zu weit weg vom Schuß. Taihisha meinte zwar sie fühle sich sicher hier, nach 22 Uhr sollte man aber doch lieber ein Taxi nach Hause nehmen "... for your own safety..". Das ganze Taxigeld hätte die günstige Miete dann wieder wett gemacht. Und so ganz wohl war mir auch nicht bei dem Gedanken, daß Taihisha jeden Abend mit dem Essen auf mich wartet. Sie war doch etwas einnehmend.

Eine Wohnung konnte ich in Upper West Side besichtigen, einen Steinwurf weg vom Central Park entfernt. Das ist die Gegend mit den teuersten Wohnungen und der höhchsten Promidichte. Das Zimmer war dementsprechend teuer - 2.400 Dollar. Aber ich machte mir mittelerweile einen Spaß draus Wohnungen anzuschauen einfach weil ich neugierig war. Das Apartment war in der West 65. Straße. Ein schickes altes Doormen Building mit Türklinken aus Messing und verspiegelter Eingangshalle mit Marmor. Man muß sich immer an der Rezeption bei den Doormen anmelden, wenn man die Bewohner des Hauses besuchen möchte, ansonsten gibt es keinen Weg nach oben.

Das Apartment in dem das Zimmer zu vermieten war befand sich im 18. Stock. Dort wohnte eine Dame Mitte Ende 40, etwas korpulent aber in der Erscheinung business like und sehr gepflegt. Dementsprechend war auch die Wohnung. Wir haben uns erst mal im Wohnzimmer niedergelassen zum Tee aus verschnörkelten Tässchen. Die Einrichtung war recht schmörkelig und blumig. Es stand ganz schön viel Nippes rum. Aufgefallen sind mir die vielen Buddahs, die man so von Reisen mit nach Hause bringt. Sie saß da und hat mit einer Eintönigkeit und Bedächtigkeit auf mich eingeredet. Sie erzählte was von und Veränderung und Money is not life und Selbstfindung und Spiritualität. Ich kam mir vor wie Mogli vor der Schlange. Nach einer halben Stunde wurde es mir echt zu blöd und ich meinte ich hätte noch einen anderen Termin, ob ich noch das potentielle Zimmer sehen könnte. Sie zeigte mir den Rest der Wohnung - kleine Küche, kleines Bad und ihr Schlafzimmer, das wirklich sehr schön war. Es war ein Eckzimmer und hatte dementsprechend Fenster an zwei Seiten (diesmal nicht zugebaut). Vom Bett aus hatte man einen sehr schönen Blick auf den südlichen Central Park und die hohen Apartmenthäuser an South Central Park. Wirklich sehr beeindruckend. Hey aber wo ist mein Zimmer? Es hat sich dann herausgestellt, daß die verzweifelte Dame ihr Schlafzimmer für 2.400 $ vermietete, während sie sich im Wohnzimmer, das zudem noch ein Durchgangszimmer war, mit der Couch zufrieden gab. Financial Crisis lässt grüßen. Es passiert hier nicht selten, daß Leute von heute auf morgen keinen Job mehr haben und ihren Lebensstandard nicht mehr halten können.

Wenn man lange genug sucht, findet man auch in Downtown etwas dem Preis angemessenes. Ich hatte mir ein weiteres Zimmer im Financial District in einer Studenten WG angeschaut. Die Wohnung war echt klasse. Der erste Blick wenn man reinkam fiel auf die Küche mit Waschmaschine und Trockner. Apartments mit Waschmaschinen sind selten. Oft erlauben die Vermieter keine Waschmaschinen, weil sie Wasserschäden fürchten. Das erklärt auch warum es so viele Reinigungen und Waschsalons gibt - an jedem Block mindestens 5. Das "Gemeinschaftszimmer" war riesig und zwei Stockwerke hoch. Die Zimmer waren im hinteren Teil der Wohnung über zwei Stockwerke verteilt. Die Jungs die drin lebten waren auch ziemlich nett. Da ich aber nur für 2 1/2 Monate einziehen wollte war ich gleich disqualifiziert. Nach neuen Roommates suchen ist auch für die Bewohner ein ziemlicher Akt. Also suchen sie jemanden, der mindestens für 6 bis 12 Monate bleibt.

Dieses Los ereilte mich noch bei zwei anderen Wohnungen die ich angeschaut hatte. Aber schließlich habe ich dann doch noch ein zu Hause gefunden. Mein Zimmer ist bestimmt nicht das schickste und Bad und Küche nicht die modernsten. Aber ich wohne in einem super Loft in Lower East und habe viel Spaß mit meinen Roommates. Caitlin und Gerry - zwei wirklich liebe Menschen, deren Spiritualität und Durchgeknalltheit sich für New Yorker Verhältnisse in Grenzen hält. Es ist immer jemand da für einen kleinen Plausch. Manchmal wird auch zusammen gekocht oder um die Häuser gezogen. Und wir können bis in die Puppen zusammen pokern.

Ich muß sagen, nachdem was ich so bei meiner Wohnungssuche gesehen und erlebt habe, daß ich mich verdammt glücklich schätzen kann!!! In dieser Stadt lernt man Demut und Dankbarkeit.

Freitag, 26. September 2008

~ Meine erste Woche in New York

Hallo Ihr Lieben,

Ich glaube es ist an der Zeit ein Update über mein New York Abenteuer zu schicken. Habe nun endlich Muße in Ruhe ein paar Zeilen zu schreiben.
Vorab, ich bin gut angekommen, mir geht es gut.
Vorübergehend wohne ich noch bei Maziar, einem Freund meiner iranischen Kollegin Fariba, die ja gerade mein Heim in Walldorf bewohnt. Maz ist super gastfreundlich und hilft mir für einen guten Start in NY. Die Wohnung ist im 28. Stock eines Wohnhauses mit Doorman in der Upper East Side. Wenn man aus dem Fenster schaut, kann einem schon schwindelig werden. Das Hochhaus hat insgesamt 41 Stockwerke und es gibt eine Dachterrasse auf der man sich sonnen kann und einen super Blick über ganz Manhatten hat. Der Central Park ist drei Blocks entfernt. Ich gehe dort jetzt fast jeden Morgen joggen. Abgesehen von heute war das Wetter bisher immer traumhaft sonnig und mindestens 24 Grad.
Letzten Samstag bin ich in die "Steuben Parade", die traditionelle Deutsch-Amerkanische Freundschaftsparade auf der Fifth Avenue geraten. Schon lustig, wenn man so weit weg von zu Hause deutsche Marschkapellen und Karnevalsvereine vorbeiziehen sieht. Die Amerikaner lieben ja sowas, dementsprechend war auch die Stimmung. Danach gab´s "Oktoberfest" im Central Park. Also keine Zeit für Heimweh :-)
Die ganze letzte Woche habe ich damit verbracht, ein Zimmer zu suchen. Über Househunting in New York könnte man ein Buch schreiben. Nur so viel - es ist ein Weg die Stadt und die Leute kennen zu lernen. Zum Glück habe ich nun endlich eine Bleibe gefunden. Nächste Woche ziehe ich in eine 3er WG in der Lower East Side.
Montag war mein erster Tag bei Big Brothers Big Sisters of New York City und ich hatte die Gelegenheit Michael Corriero, den Präsidenten der Organisation in New York zu treffen. Ein sehr charismatischer Mann. Michael Corriero ist ein pensionierter Jugendrichter und ein echter New Yorker. Insgesamt wurde ich von der Organisation sehr herzlich aufgenommen. Die Leute hier sind alle interessiert an dem was ich tue und warum ich es tue und unterstützen mich sehr.
Ab nächste Woche werde ich an einem Fortbildungsprogramm teilnehmen, das Big Brothers Big Sisters of New York City in Zusammenarbeit mit der Fordham University Graduate School of Social Services eintwickelt hat. Ich lerne, wie man Mentorenprogramme entwickelt und ausrollt. Der Kurs findet zwei Mal pro Woche statt. Leider geht er über den 7. Dezember hinaus, so daß ich ihn nicht beenden kann. Ansonsten werde ich von Dienstag bis Donnerstag im Büro von Big Brothers Big Sisters in New York sein und den Kollegen über die Schulter schauen. Lernen, wie so eine Non Profit Organisation funktioniert, wie Programme entwickelt und ausgerollt werden, werde an Veranstaltungen teilnehmen und hoffentlich auch Firmen besuchen und Mentoren treffen, die ich über ihre Erfahrungen befragen kann.
Am Samstag findet hier im Central Park ein "Race for the Kids" statt - eine Fundraising Veranstaltung für BBBS.
Maziar wurde heute seine amerikanische Staatsbürgerschaft verliehen. Ich hatte die Ehre als Gast bei seiner Vereidigung in der City Hall dabei zu sein. Das war alles sehr feierlich und super interessant.
Also hier ist schon ziemlich viel passiert in der ersten Woche und ich bin gespannt, wie es weiter geht. Ich versuche Euch auf dem Laufenden zu halten. Wenn´s mal wieder bissl länger dauert hoffe ich, daß ihr nachsichtig seid :-).
Hoffe es geht Euch gut und viele liebe Grüße
Wanda

Montag, 15. September 2008

~ Countdown

Meine letzten Tage zu Hause:

Ich weeß net wu mir de Kopp steht!

Am 18. September geht´s los. Hab ich an alles gedacht, an das man denken muß, wenn man fast drei Monate nicht im Lande ist? Vor allen Dingen - was packt man für drei Monate in einen Koffer. In New York sind jetzt noch sommerliche Temperaturen. Ich werde aber sicher auch einen kühlen Herbst und einen frostigen Winter erleben... Im Notfall hilft wohl nur SHOPPEN!!!