Montag, 27. Oktober 2008

~ Arlene´s Grocery

Arlene´s Grocery muß man sich einfach reinziehen. http://www.arlenesgrocery.net/main.html Der Schuppen ist ein ehemaliger Supermarkt, der wohl Arlene gehörte. Nun ist er schon seit Jahren eine renomierte Kneipe mit Live Musik im Hinterzimmer in der Lower East Side.

Montags spielt immer die gleiche Heavy Metal Band, mit der man dann Karaoke singen kann. Hier werden so richtige Metal Klassiker von - ich weiß nich wem gespielt.... Hey, ich bin ja überhaupt kein Metler, aber wir hatten so viel Spaß an dem Abend, den Leuten zuzuschauen und manchmal auch zuzuhören! Die Show, die manche Leute auf der Bühne abziehen ist Unterhaltung pur. Einige konnten richtig gut singen und manche versuchten es nur mit Headbanging. Aber alle wurden beklatscht und gefeiert und das Publikum ging richtig mit. Unter dem Motto jeder hat irgend ein Talent versteckt, manche wissen nur noch nicht wo sie suchen sollen.

Am nächsten Abend sind wir wieder bei Arlene´s Grocery gelandet. Diesmal war die Musik eher mein Geschmack. Die Band Gokartmozart spielete Indie Rock http://www.gokartmozart.com/. Es waren zwar kaum Leute da, die Stimmung hat aber nicht darunter gelitten. Schaut euch nur die Schlagzeugerin an, die ist eine Show für sich. Have a Look!!!

Ein paar Bilder gibt´s auch noch dazu: http://picasaweb.google.com/WandasNYCAlbum/HappyLowerEastSide#

Donnerstag, 23. Oktober 2008

~ I danced on Broadway...

Tanzbegeisterte Menschen sind in New York natürlich an der richtigen Stelle. Rechts und links vom Broadway gibt es nicht nur die vielen Theater, in denen man die bekannten und weniger bekannten Musicals und Shows ansehen kann, hier findet man auch massenweise Schulen, die Unterricht für alle möglichen Stilrichtungen und für jedes Niveau anbieten.

Die größten und auch bekanntesten Schulen sind das Broadway Dance Center und das Alvin Ailey American Dance Theater.

Das "Broadway Dance Center" http://www.bwydance.com/ wurde 1894 gegründet und man findet es direkt um die Ecke vom Times Square. Es ist eines der größten Trainigseinrichtungen für Tanz in der Welt. Hier werden pro Woche über 200 Klassen angeboten in Jazz, Step, Ballett, Hip Hop, Theater, Gesang und mehr. Tänzer und Showgrößen wie Bette Middler, Brooke Shields, Britney Spears und Madonna haben hier Unterricht genommen oder geprobt. Viele Broadway Darsteller trainieren hier täglich.

Das "Alvin Ailey American Dance Theater" ist eine Kompanie für modernen Tanz, die 1958 von dem Choreographen und Tänzer Alvin Ailey gegründet wurde und überwiegend mit afroamerikanischen Tänzern besetzt ist. 1969 wurde die Alvin Ailey Schule gegründet. Mittlerweile ist das Alvin Ailey American Dance Theater vor geschätzten 21 Millionen Menschen in 71 Ländern auf allen Kontinenten aufgetreten. Die Kompanie wird auch als kultureller Botschafter für Amerika eingesetzt.

An diesen Schulen zu tanzen ist natürlich ein besonderes Erlebnis. Alleine die Räumlichkeiten sind sehr beeindrukend. An beiden Schulen verteilen sich über 3 bzw. 4 Stockwerke riesige Tanzsääle, in denen locker 20-30 Schüler tanzen können ohne sich auf die Füße zu treten. Auf den Gängen ist immer ein Gewusel von Leuten, die auf Ihre nächste Stunde warten und sich mittlerweile aufwärmen. Aus allen Räumen hört man Musik. Jazz, Hip Hop, Klassik und die Ansagen der Lehrer. Der Tanzunterricht wird meist von Live Musik begleitet. D.h. bei Jazz oder Modern sitzt ein Percussionist im Saal und begleitet die Übungen auf der Trommel. Die Stunden für klassisches Ballett werden immer von einem Ballettpianisten begleitet. Es spornt schon an, wenn der Mann am Klavier nochmal richtig in die Tasten haut um die Dynamik einer Übung nochmal richtig zu unterstreichen. Das gibt dem Unterricht natürlich eine ganz anderen Kick. Die Pianisten müssen anhand der Übungen, die der Ballettlehrer vormacht wissen, was für einen Takt zu spielen ist. Ich stelle mir das wahnsinnig schwierig vor aber manche Pianisten sind dabei so routiniert, daß sie während des Spielens Zeitung lesen. Die ganze Atmosphäre ist einzigartig - sowas habe ich in Deutschland noch nicht erlebt.

Zum Unterricht kommt man einfach vorbei und zahlt pro Stunden, oder man kauft sich eine vergünstigte 10er Karte. Kein Vertrag, keine Aufnahmegebühr keine 2 Jahreslaufzeiten. "Drop-in School" nennt sich sowas. Nachdem ich einige Ballettstunden bei verschiedenen Lehrern besucht habe, habe ich mir nun vom 10er Karte vom Broadway Dance Center und gehe dort nun 2-3 mal die Woche hin.

Man könnte ja auch noch Steppen anfangen oder Flamenco. Gesangsunterricht gibt es dort auch....
SO MUCH TO DO.... SO LITTLE TIME...

http://picasaweb.google.com/WandasNYCAlbum/DancingOnBroadway#

Freitag, 17. Oktober 2008

~ Auf der Suche nach Frischluft und Sports...

New York City wurde vom Magazin The Sporting News bereits mehrmals als "Best Sports City in America" gewählt. Wenn man in der Lower East Side lebt, kann man das zwar kaum glauben, denn der Central Park und jegliche brauchbare Grünanlage zum joggen sind weiter weg, aber einen echten New Yorker scheint das nicht zu stören. Selbst im dichtesten Verkehr sieht man Leute durch die Stadt joggen. Immer den richtigen Groove im Ohr - sprich den obligatorischen iPod - und das richtige Timing in den Beinen, damit man nicht von den agressiven Taxis überrollt wird.

Wenn man so die Überquerung der Stadt von Ost nach West überlebt hat, kommt man an den Hudson River und den schönen Hudson River Park, der sich von der südlichsten Spitze Manhattans - von Battery Park bis hoch zur 60. Strasse erstreckt. Hier wurde am Uferstreifen eine schöne Strandpromenade angelegt. Manchmal wird das Grün etwas breiter und man kann sich auf gepflegten Wiesen sonnen oder in japanisch anmutenden Parks spazieren gehen. Bänke laden zum verweilen ein und man hat einen schönen Blick auf die gegenüberliegende Uferseite - New Jersey und weiter südlich die Freiheitssatue. Ein Wahnsinns Panorama zum joggen, besonders abends, bei Sonnenuntergang. http://picasaweb.google.com/WandasNYCAlbum/HudsonRiverParkAtSunset##
Weiter nördlich befindet sich an einem alten Pier das größte Sportcenter der Stadt der
Chelsea Piers Sports & Entertainment Complex, eine moderne Anlage mit Basketball, Volleyball, Kletterwänden, Schwimmhallen und hey, man kann dort sogar Golf! spielen. Neulich habe ich mich noch über zwei Leute mit kompletter Golfausrüstung in der Subway gewundert... (Es soll noch ein Berliner behaupten, ohne Auto könne man kein Golf spielen :-))

Meine Roommate Caitlin macht sich nicht die Mühe der Stadtüberquerung um Bewegung zu bekommen. Da wir nicht unweit der Williamsburgh Bridge wohnen, joggt sie immer über die Brücke und zurück. Die Williamsburgh Bridge ist ein riesen Stahlkoloss, der über den recht breiten East River (der eigentlich gar kein Fluß ist) nach Brooklyn führt. auf drei Ebenenen drängelt sich der Autoverkehr, die Subway und ganz oben Fußgänger und Fahrradfahrer von einer Seite zur anderen. Es kostet schon ein bisschen Überwindung, die schnurgerade Fahrbahn entlang zu joggen, die eintönigen Stahlverstebungen im Blick, eine Etage Tiefer rattert die Subway und weiter unten stinkt der Verkehr. Trotz der steifen Brise auf der Brücke hat man doch immer die Abgase um die Nase.

Wenn man aber von der Brooklyn Seite aus den Rückweg antritt, hat man einen phantastischen Blick auf die Skyline von New York. Rechts ragt aus Midtown das gigantische und einfach wunderschöne Empire State Building hervor und linker Hand sieht man die ganzen Wolkenkratzer des Financial District. Allein für diese Szenerie lohnt sich der Weg.
http://picasaweb.google.com/WandasNYCAlbum/ViewsFormWillamsburgBridge#

Ich denke jedoch nicht, daß das meine morgentliche Hausstrecke wird. Dazu fehlt mir doch ein bisschen Grün und die frische Luft. Da hilft nur eins - indie Subway hüpfen und ab in den Central Park...

Montag, 13. Oktober 2008

~ Ein Sonntag im Park

Der Central Park ist wie Urlaub. Besonders, wenn man das Glück hat, ihn an einem sonnigen, warmen Oktoberwochenende wie das vergangene zu erleben. Die New Yorker lieben den Central Park, entsprechend belebt ist es hier. Er liegt inmitten von sehr geschäftigen Vierteln und wenn man auf einer der Wiesen liegt, kann man den beeindruckeden Anblick der riesigen Apartmentburgen genießen, die hinter den Bäumen wie eine Gebirgskette aufragen. Es gibt aber auch Stellen wo man nicht mal merkt, daß man in New York ist. Man kann Stunden dort verbringen, nur dasitzen und auf den See schauen, Riesenrad fahren oder den Musikern zuhören - Jazz, Hip Hop, Funk und im Sommer gibt´s auch klassische Konzerte, Theater und Tanzvorstellungen - alles umsonst.

Irgendwo sind Leute immer in Bewegung: Baseball, Fußball, Joggen oder man tanzt beim Roller Skaten. Der ganze Park groovt und man bekommt riesig Lust mitzumachen.
http://picasaweb.google.com/WandasNYCAlbum/SonntagImCentralPark#

Nächsten Sonntag bin ich bestimmt wieder dabei.

Freitag, 10. Oktober 2008

~ The Market NYC

New York ist Fashion Heaven.
Man kann nach New York kommen, um günstig Markenklamotten einzukaufen, die man auch an jedem anderen Ort der Welt kaufen könnte. Der echte Modefreak steuert aber nicht die großen Modeketten an, sondern konzentriert sich lieber auf die kleinen Boutiquen, die es überall vertreut gibt und in die man manchmal mehr oder weniger zufällig hineinstolpert. In meiner Nachbarschaft gibt es z.B. einen kleinen Designerladen versteckt zwischen einen chinesischen Supermarkt und einer italienischen Reinigung. Hier sitzt die Designerin im Hinterzimmer und näht die ihre ausgefallenen Stücke selbst. Zwei Strassen weiter gibt es einen tollen Lederladen mit Taschen, Schuhen und sonstigen Accessiores. Auch hier kann man bei der Herstellung zuschauen und die Stücke sind noch zu recht günstigen Preisen zu erstehen, da die Lower East Side noch nicht als Fashion Mekka gilt. Anders in Greenwich Village oder Soho. Hier gibts auch viele individuelle Läden aber schon etwas gehobener in der Ausstattung und auch im Preis.

Jeden Samstag und Sonntag findet in der Mulberry Street ein Designer Market statt.
http://www.themarketnyc.com/ Hier haben noch unbekannte Designer die Möglichkeit ihre Stücke (Mode, Schmuck, Möbel) in einer großen Halle auszustellen und zu verkaufen. Die ganze Atmosphäre hat was von einem Pfennigbazar. Nur das es hier richtig schöne Designersachen zu erstehen gibt.

Da der Euro grerade im Sturzflug in den Keller rauscht, halte ich mit dem Kaufen etwas zurück. Einfach nur schauen macht aber auch schon viel Spaß. Bei einem T-Shirt Designer bin ich auch der Homepage verewigt. "Save the Drama for Barack Obama" Mal sehen wer mich findet :-).
http://www.dishonestees.com/dishonest.htm#
Mein Beitrag zum Obama-Wahlkampf 2008!!!




Sonntag, 5. Oktober 2008

~ From Upper East to Lower East

Seit letzten Samstag wohne ich in meiner neuen WG in 88 Clinton St.

Der Kontrast könnte nicht grösser sein. Weg von meiner komfortablen, jedoch beengten Luxusbehausung mit Waschmaschine im 28. Stockwerk eines Doormanbuilding in der 96. Strasse mit recht bürgerlicher Nachbarschaft in der Upper East Side, hin zu einem Loft im 2. Stock im freakigen Lower East Side.
Die Lower East macht auf den ersten Blick einen ziemlich schmuddeligen Eindruck. Schmutzige Gehwege, graffittibeschmierte Läden. Hier lebt eigentlich alles an Nationalitäten und Hautfarben, was New York zu bieten hat, dementsprechend richt es an manchen Stellen auch sehr exotisch. Ab und zu liegt auch mal ein Penner im Hauseingang, der einem den Weg zur Wohnung versperrt.

Der Treppenaufgang unserem Loft ist auch nicht sehr einladend. Kaputtes Mosaik an den Wänden und alte zertretene Treppenstufen auf denen sich die Mülltonnen stapeln.
Wenn man aber durch die Eingangstür des Loftes im 2. Stockwerk tritt steht man in einem mindestens 100 qm großen Saal mit hoher Decke. An der Stirnseite eine große Fensterfront, im hinteren Teil erhellt ein Oberlicht den Raum. Der Raum hat einen wunderschönen Dielenholzboden, der gerade letzte Woche neu geschliffen und versiegelt wurde. Das ganze hat das Ambiente einer Galerie. Früher war hier wohl auch mal eine Tanzschule untergebracht.

In einer Ecke des Saales ist die Küche. Im hinteren Teil führt ein Korridor zu den zwei Badezimmern (eins für Jungs, eins für Mädels) und zu den drei Schlafzimmern. Eines davon ist jetzt 3,2,1....MEINS!

Die Einrichtung meines Zimmers ist zwar karg aber ich habe nun endlich Gelegenheit meinen Koffer vollständig auszupacken und mich auszubreiten.


Ein weiteres Highlight sind meine neuen Mitbewohner:
Gerry ist der Hauptmieter. Er wohnt hier schon seit vier Jahren. Hauptberuflich ist er ein "Geek", wie er sich selbt betitelt. Das sind die Leute, die es auch zu Hauf bei SAP gibt. Also die, die mit Socken in den Birkenstocks im Keller sitzen und sich die ganzen Codings ausdenken, ohne die diese Welt mittlerweile auseinanderfallen würde. Zur Zeit arbeitet er für eine Mailänder Modefirma, was ihm irgendwie gegen den Strich geht, weil er da immer im Anzug aufkreuzen muß. Zwei Welten treffen aufeinander.... :-)
Nebenberuflich macht Gerry in "Tantric Yoga". Er unterrichtet und veranstaltet gelegentlich Workshops, zu denen er namhafte Yogis aus der ganzen Welt einfliegen lässt. Diese Workshops finden in unserem Tanzsaal statt. Nächstes Wochenende findet wieder so ein Workshop statt eine wohl sehr bekannte Lehrerin aus Frankreich kommt und viele weitere interessante Leute. Bin sehr gespannt.

Meine zweite Roommate ist Kateleen. Sie kommt aus Lake Placid und ist auch erst seit zwei Monaten in New York. Kateleen ist English Teacher und unterrichtet die Kinder reicher Leute privat. Eigentlich ist sie Schriftstellerin. Sie schreibt Gedichte und Kurzgeschichten. In New York möchte sie versuchen sich in der "Schreiberszene" bekannt zu machen und ihre Werke zu veröffentlichen. Am Dienstag gibt sie eine Lesung im Kreise einiger New Yorker Schriftsteller. Ich bin auch eingeladen... Noch mehr interessante Leute.

Soweit die Highlights für diese Woche...more to come...

Donnerstag, 2. Oktober 2008

~ BBBS Center of Training and Professional Development

Das Office des Training Centers ist in der 245 Fifth Avenue. Ein typisches New Yorker Bürogebäude mit edler Empfangshalle und Doorman. An dem kommt man nicht so einfach vorbei. Das erst Mal musste ich mich ausweisen und in eine Liste eintragen und ich wurde offiziell angemeldet. Mittlerweile kennt er mich und grüßt ganz herzlich jeden Morgen oder wechselt zwei drei nette Sätze.

Das Beste aber ist, wenn man aus der Tür tritt hat man einen gigantischen Blick auf da Empire State Building, das nur zwei Blocks entfernt in den Himmel ragt. Ich bin jeden Tag aufs Neue beeindruckt.

Im Office habe ich meinen eigenen Cubicle - auch was typisch amerikanisches - Bürofläche eingepfercht auf ca 1,5 qm, die Wände bis auf Sichthöhe wattiert. Man fühlt sich wie in einer Gummizelle :-) Hier sitze ich nun von Dienstag bis Donnerstag und verarbeite Informationen. Gleich am ersten Tag habe ich stapelweise Unterlagen erhalten, die ich durcharbeite. Man fühlt sich wieder in seine Studienzeiten zurückversetzt.

BBBS of New York City beschäftigt ca. 100 festangestellte Mitarbeiter an zwei großen Standorten in Manhattan und weiteren kleineren Standorten in den Boroughs wie Bronx, Brooklyn und Queens.
BBBS of New York City ist nicht nur eine Agentur für Mentoren mit jugendlichen Mentees zusammen bringt, sondern auch führender Ausbilder für andere Organisationen. So können Mitarbeiter von Organisationen, die ihr eigenes Mentorenprogramm einführen möchten, in einen 32-stündigen Kurs das "Mentoring Supervisor Certifcate" erwerben.

Weiterhin entwickelt und unterhält BBBS of New York City eine Palette weiterer Programme abweichend von dem klassischen Mentorenprogramm, wie es in Deutschland übernommen wurde.

Die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, ist auch sehr eng. In 2001 wurde das "Borough Mentoring Networks" ins Leben gerufen. In regelmässigen Meetings treffen sich Initiatoren und Organisationen, die Mentorenprogramme jeglicher Art unterhalten, zum Networken und Erfahungsaustausch. Bei jeder Veranstaltung gibt es Vorträge und Diskussionsrunden zu speziellen Themen.